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Inklusiver Nahkauf-Markt

150.000 Euro fließen nach Affolterbach


Ein Mitarbeiter im Gespräch mit einem Kunden

Im neuen Nahkaufladen in Affolterbach werden für rund vier Jahre drei Vollzeitstellen mit behinderten Mitarbeitern besetzt. Auch die Kundenberatung zählt zu den Aufgaben. (Foto: aqb)

22.11.2021

Kassel/Affolterbach(lwv): Mit rund 150.000 Euro fördert der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen den Aufbau eines Nahkauf-Lebensmittelladens in Affolterbach. Träger des Ladens ist die aqb – Arbeit und Qualifizierung für Menschen mit Behinderung GmbH (aqb). Die Förderung hat der LWV-Verwaltungs­ausschuss jetzt beschlossen. „Solche Lebensmittelläden bieten abwechslungsreiche Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen mitten in der Gesellschaft und sind zudem ein Gewinn für die Region, weil sie wohnortnahe Versorgungsmöglichkeiten für Menschen bieten, deren Mobilität eingeschränkt ist“, erklärt LWV-Landesdirektorin Susanne Selbert.

Die Firma aqb wurde 2007 als Inklusionsunternehmen in Baden-Württemberg gegründet. Von den derzeit 72 sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind 44 schwerbehindert. Schwerpunkt des Unternehmens ist der Lebensmitteleinzelhandel: Neben einem Café und Cateringbetrieb betreibt es sechs Lebensmittelmärkte in Baden-Württemberg und zwei in Hessen: seit 2019 in Lindenfels und seit 2020 in Lorsch. Beide wurden ebenfalls investiv durch das LWV Hessen Integrationsamt gefördert.

Wegen der positiven Erfahrungen mit den hessischen Nahkaufläden hat die aqb das Angebot eines Investors angenommen, in Affolterbach ebenfalls einen Nahkaufladen in einem ehemaligen Ladengeschäft zu eröffnen, dessen bisheriger Betreiber aus Altersgründen im Herbst 2020 geschlossen hat. Auf rund 550 Quadratmetern bietet der neue Markt schon seit wenigen Wochen das übliche Nahkauf-Sortiment an, da der LWV zugestimmt hatte, dass aqb vorzeitig mit dem Aufbau beginnen kann. Außerdem ist geplant, einen DHL Paketshop, einen Lieferdienst für eine Apotheke, Annahmestellen für Lotto und eine Reinigung sowie eine Bäckereifiliale im Marktgebäude zu integrieren.

In die Finanzierung der Gesamtkosten in Höhe von rund 436.000 Euro fließen neben Mitteln des LWV-Integrationsamtes ebenfalls Zuschüsse von Rewe, der Aktion Mensch, des Bundesamtes für Wirtschaft und Außenkontrolle sowie Eigenmittel des Inklusionsunternehmens ein. Von den LWV-Zuschüssen werden unter anderem Kühlschränke, Regale, Einkaufswagen und Teile der Außenwerbung finanziert.

Voraussetzung für die Förderung durch den LWV ist, dass dort für rund vier Jahre drei Vollzeitstellen mit behinderten Mitarbeitern besetzt werden. Wegen des besonderen Aufwands erhält die aqb vom Integrationsamt laufende Unterstützung sowie eine projektbezogene Förderung, mit der eine arbeitsbegleitende Betreuung der schwerbehinderten Mitarbeiter durch einen pädagogisch geschulten Mitarbeiter oder einen Integrationsfachdienst finanziert werden kann.

Hintergrund

Inklusionsbetriebe sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Unternehmen zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Inklusionsbetriebe unterscheiden sich von anderen Arbeitgebern des allgemeinen Arbeitsmarktes durch den verbindlichen Unternehmenszweck, schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen sowie arbeitsbegleitend zu betreuen. 


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