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Bescheid über 882.000 Euro

LWV fördert Heinzel-
männchen-Wäscherei


Gruppenfoto von der Bescheidübergabe mit BWMK-Geschäftsführern, LWV-Landesdirektorin, Landrat sowie Projekt- und Produktionsleitern

Übergabe des Bewilligungsbescheids in der Heinzelmännchen-Wäscherei in Wächtersbach (v.l.): BWMK-Geschäftsführer Martin Berg, LWV-Landesdirektorin Susanne Simmler, kaufmännischer Leiter Artur Kusai, Landrat Thorsten Stolz, Produktionsleiter Sven Bergfeld, BWMK-Geschäftsführerin Mareike Meister und Projektleiter Dr. Christoph Heim. (Foto: Dorothee Müller)

10. 11.2025

Wächtersbach/Kassel (lwv): Die auf 1,2 Millionen Euro veranschlagte Wasseraufbereitungsanlage, die die Heinzelmännchen Wäscheservice & Hausdienstleistungsgesellschaft mbH in Wächtersbach plant, ist ein Großprojekt mit doppeltem Gewinn: für die Umwelt und für die 124 Beschäftigten, die in dem Inklusionsbetrieb arbeiten, darunter 59 schwerbehinderte Menschen. Einen Bewilligungsbescheid in Höhe von 882.000 Euro hat LWV-Landesdirektorin Susanne Simmler jetzt im Beisein von Landrat Thorsten Stolz an den Heinzelmännchen-Geschäftsführer Martin Berg und den Wäscherei-Betriebsleiter Frank Brasch überreicht. Mit dem Geld fördert das Integrationsamt des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen das Bauvorhaben, das den Wäschereibetrieb modernisieren und so die Arbeitsplätze des inklusiven Unternehmens zukunftssicher machen soll. Geplant ist eine 15 Meter lange und zehn Meter breite Anlage, die auf biologischer Basis reinigt und aus Betonbecken für Abwasser, Schlammwasser und aufbereitetem Wasser für den Waschprozess besteht.

„Der professionelle Wäscherei-Service der Heinzelmännchen bietet gleichberechtigte Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung. So wird gelebte Inklusion wirklich möglich gemacht“, sagte LWV-Landesdirektorin Susanne Simmler bei der Bescheid-Übergabe. „Dieses Projekt zeigt, dass soziale Verantwortung und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt sich nicht ausschließen. Ein Anliegen, dass uns sehr wichtig ist“, so Simmler weiter.

„Menschen mit Behinderungen Teilhabe in allen Bereichen der Gesellschaft zu ermöglichen – das funktioniert, wenn alle einen Beitrag dazu leisten“, sagte Martin Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung der BWMK gGmbH. Deswegen sei die Vernetzung mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft von grundlegender Bedeutung für die Arbeit von Sozialunternehmen. „Wir geben mit unseren Angeboten und Initiativen Beispiele, wie das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen in der Arbeitswelt und in anderen Lebensbereichen gelingen kann und freuen uns über Nachahmer:innen und Unterstützer:innen“, so Berg.

„Die inklusive Heinzelmännchen-Wäscherei ist ein wichtiger Arbeitgeber im Main-Kinzig-Kreis, denn dort erleben Menschen mit Beeinträchtigungen als vollwertige Mitglieder der Arbeitswelt Normalität und Teilhabe. Ich freue mich sehr, dass die Heinzelmännchen-Wäscherei dabei unterstützt wird, eine moderne Wasseraufbereitungsanlage anzuschaffen, die den Betrieb wirtschaftlicher macht. Damit gehen soziale und ökologische Verantwortung Hand in Hand“, erklärte Landrat Thorsten Stolz.

Kostenersparnis bei Wasser und Strom

Der Heinzelmännchen-Inklusionsbetrieb ist ein Tochterunternehmen der BWMK gGmbH und hat sich auf die professionelle Wäschereinigung und -pflege auf hohem hygienischem Standard spezialisiert. Zu den Kunden gehören Krankenhäuser, Senioren- und Reha-Einrichtungen, Wohnheime, Schulen, Kindergärten und städtische Einrichtungen. Gereinigt werden Bettwäsche, Tischwäsche, Industrietextilien und Schutzbekleidung. Dabei verbraucht die Heinzelmännchen-Wäscherei mehr als 40.000 Kubikmeter Frischwasser pro Jahr.

Das daraus beim Waschprozess entstehende Brauchwasser wird zurzeit zum Großteil ins Abwasser eingeleitet. Dies soll die neue Anlage ändern, indem bis zu 80 Prozent des Wassers in einem biologischen Prozess mit Mikroorganismen gereinigt und so aufbereitet werden, dass sie für den Waschprozess wiederverwendet werden können. Nur noch rund 20 Prozent des aktuellen Wasserverbrauchs müssen dann mit Frischwasser gedeckt werden. Ebenso kann die moderne Anlage Grundwasser aufbereiten und zum Waschen ungeeignetes Regenwasser in hochwertiges Prozesswasser umwandeln, das dann ebenfalls zum Waschen verwendet werden kann.

„Indem wir viel mehr Wasser als früher wiederverwenden, schonen wir die Wasserressourcen und verringern somit die Belastung des Ökosystems. Die Investition in die neue Anlage leistet einen großen Beitrag, unser Unternehmen nachhaltiger zu gestalten, was dazu beiträgt, die Arbeitsplätze in Wächtersbach langfristig zu sichern“, erläutert Heinzelmännchen-Betriebsleiter Frank Brasch.

Die Anlage, die auf dem Gelände der Wäscherei im Gewerbegebiet von Wächtersbach entstehen soll, wird größtenteils mit Strom von der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Wäscherei versorgt. Zudem ist das aufbereitete Wasser wärmer als das Frischwasser des Stadtwerks in Wächtersbach, es muss für den Waschvorgang weniger erhitzt werden, wodurch zukünftig wiederum Gaskosten eingespart und CO2-Emmissionen reduziert werden können.

Hintergrund: Inklusionsbetriebe des BWMK

Die Heinzelmännchen Wäscheservice & Hausdienstleistungsgesellschaft mbH in Wächtersbach wurde 1996 vom BWMK als Inklusionsunternehmen gegründet. Die BWMK gGmbH unterhält im Main-Kinzig-Kreis Werkstätten für behinderte Menschen sowie neben dem Heinzelmännchen-Wäscheservice vier weitere Inklusionsbetriebe: Skanilo Bürodienstleistungen und Dokumentenmanagement GmbH, Grün & Grün GmbH, M & S Markt- und Service GmbH mit 1-2-3 Lebensmittelmärkten in Bad Soden-Saalmünster, Hanau und Alzenau sowie die Westpark GmbH.

Inklusionsbetriebe sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Unternehmen zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Sie unterscheiden sich von anderen Arbeitgebern des allgemeinen Arbeitsmarktes durch den verbindlichen Unternehmenszweck, schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen sowie ihnen arbeitsbegleitende Betreuung anzubieten.


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