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CafeInklusiveKaffee GmbH

Bis zu 370.000 Euro für inklusive Arbeitsplätze


Gruppenfoto von der Bescheid-Übergabe mit Susanne Simmler, Roland Braza und Antje Runge

Übergabe des Bewilligungsbescheids (v. l.): LWV-Landesdirektorin Susanne Simmler, Geschäftsführer der CafeInklusiveKaffee GmbH Roland Braza und Bürgermeisterin Antje Runge. (Foto: CafeInklusiveKaffee GmbH)

06.11.2025

Kassel/Oberursel (lwv): Einen Bewilligungsbescheid von bis zu 370.000 Euro hat LWV-Landesdirektorin Susanne Simmler jetzt an Roland Braza und Max C. Luscher, die Geschäftsführer der CafeInklusiveKaffee GmbH, überreicht. Das Inklusionsunternehmen betreibt das inklusive Café  „Coffee, Brownies & Downies“ mit Kaffeebohnen-Vertrieb in Oberursel (Hochtaunuskreis), dessen Aufbau mit den Mitteln des Integrationsamtes des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen gefördert wird.

„Wenn man dieses Café betritt, spürt man sofort, dass hier mehr entsteht als Kaffee und Brownies. Hier entstehen Begegnung, Würde und gegenseitiger Respekt“, sagte Landesdirektorin Susanne Simmler bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids. „Inklusion zeigt sich genau hier, denn Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten Seite an Seite, lachen miteinander, übernehmen Verantwortung füreinander. Das ist gelebte Teilhabe und sie ist herzlich, professionell und auf Augenhöhe. Solche Orte sind weit mehr als Arbeitsplätze, sie sind kleine Leuchttürme in unserer Gesellschaft. Sie zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung zusammengehören und dass gegenseitige Wertschätzung das Fundament einer starken Gemeinschaft ist. Der LWV Hessen unterstützt Projekte wie dieses, weil sie zeigen, wie Inklusion im Alltag gelingt: mit Mut, mit Überzeugung und mit dem festen Glauben daran, dass jeder Mensch einen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft verdient.“

Im Dezember 2024 gründeten Max C. Luscher und Roland Braza die Impact Concepts GmbH und die CafeInklusiveKaffee GmbH. Die Impact Concepts GmbH ist der Franchisegeber des „Coffee, Brownies und Downies“-Konzeptes, die CafeInklusiveKaffee GmbH ist der erste Franchisenehmer. Die Idee dahinter: Die beiden Gründer wollen nicht nur Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung schaffen und zeigen, dass dies betriebswirtschaftlich erfolgreich laufen kann, sondern über das Franchise-System auch für eine bundesweite Verbreitung sorgen.

Der Inklusionsbetrieb hat zwei Hauptgeschäftsfelder: einen Café-Betrieb mit Tagesbar-Angeboten sowie Speisen, die dort zubereitet werden, und den Vertrieb von Kaffeebohnen einer eigenen Marke. Die bereits gerösteten Bohnen werden im Café gemahlen, verpackt und an Privatkunden, andere Gastronomiebetriebe und Einzelhändler vertrieben. Derzeit arbeiten im „Coffee, Brownies & Downies“ elf schwerbehinderte Menschen, vier festangestellte Mitarbeiter ohne Beeinträchtigung und einige Aushilfskräfte.

„Wir freuen uns sehr, dass der LWV uns unterstützt. Unser Ziel ist es, einen besonderen Ort zu schaffen, ein außergewöhnliches Café mit Wohlfühlatmosphäre, ein echtes Lieblingscafé“, sagt Geschäftsführer Max C. Luscher. „Wir wollen einen profitablen Geschäftsbetrieb, nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter mit Schwerbehinderung, sondern gerade mit den besonderen Fähigkeiten aller Teammitglieder.“

Roland Braza, ebenso wie Luscher Gründer des Unternehmens, ergänzt: „Inklusion im Herzen der Gesellschaft muss auch auf dem Arbeitsmarkt Wirklichkeit werden. Dies ist der ausdrückliche Wunsch von vielen arbeitsfähigen und arbeitswilligen Menschen mit Schwerbehinderung. Aber faktisch gibt es solche Jobs viel zu wenig. Wir haben nun gezeigt, dass es gut funktionieren kann, und die LWV-Zuschüsse helfen uns als privatem Investor bei einem Gesamtvolumen von 600.000 Euro sehr dabei“.

Antje Runge, Bürgermeisterin von Oberursel, wertschätzt das soziale und unternehmerische Engagement des Projekts: „Inklusion und das gemeinsame Miteinander haben in Oberursel eine lange und gelebte Tradition. Unsere Stadt zeichnet sich durch Offenheit, Respekt und Zusammenhalt aus – Werte, die in Projekten wie diesem sichtbar werden. Inklusion bedeutet, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu bereichern. Das neue Café in der Oberurseler Vorstadt ist ein wunderbarer Ort, an dem genau das gelingt: Menschen begegnen sich, tauschen sich aus und erleben Gemeinschaft. Dieses Café ist zudem wirtschaftlich eine echte Bereicherung für unsere Brunnenstadt, da dort Menschen mit Einschränkungen in Lohn und Brot gebracht werden. So erleben sie Wertschätzung in vielerlei Hinsicht – diese persönliche Entwicklungsmöglichkeit ist ganz wesentlich für jeden Menschen.“

„Der Name ‚Coffee, Brownies & Downies‘ ist bewusst gewählt und soll zum Nachdenken anregen“, sagte Susanne Simmler. „Er zeigt, dass Inklusion auch provokativ, kreativ und selbstbewusst sein darf. Dieses Café beweist, dass wir Barrieren nicht nur abbauen, sondern in Begegnungen verwandeln können. Ich bin dankbar, dass dieses Projekt so beherzt und zügig realisiert wurde.“ Das Café startete bereits im August, da der LWV zugestimmt hatte, dass bei finanzieller Vorleistung des Inklusionsbetriebes vorzeitig mit dem Aufbau begonnen werden konnte. Voraussetzung für die Förderung durch den LWV ist, dass dort fünfeinhalb neue Vollzeitstellen für schwerbehinderte Menschen für rund vier Jahre geschaffen worden sind. Mit den Mitteln des LWV-Integrationsamtes sind unter anderem die Ausstattung der Küche, eines Personalraums und des Cafébereichs mit Verkaufstheke, Kassensystem und Geschirr finanziert worden. 

Hintergrund: Inklusionsbetriebe

Inklusionsbetriebe wie die CafeInklusiveKaffee GmbH sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Unternehmen zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Sie unterscheiden sich von anderen Arbeitgebern des allgemeinen Arbeitsmarktes durch den verbindlichen Unternehmenszweck, schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen, sowie für schwerbehinderte Menschen arbeitsbegleitende Betreuung anzubieten.


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