Neue Weiterbildung zum Jobcoach

Neue Weiterbildung zum Jobcoach

"Wenn Menschen mit Behinderung im Betrieb an ihre Grenzen stoßen und die Arbeitssituation zur Herausforderung wird, stellen Jobcoachs die Frage: Was könnte trotzdem gehen? Was soll sich verändern? Wer braucht was von wem, damit alles wieder rund läuft am Arbeitsplatz?", erklärt Dörte Pulla. Sie leitet die 16-monatige Weiterbildung zum JobcoachAP, die seit Oktober 2021 vom Institut für berufliche Qualifizierung und Entwicklung (IFB) in Kooperation mit dem LWV Hessen Integrationsamt angeboten wird.

In sechs Blöcken, die jeweils zwei bis drei Tage lang dauern, lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Planung über die Krisenbewältigung bis zur Qualitätssicherung alles, was sie für die Arbeit als JobcoachAP benötigen. AP heißt am Arbeitsplatz.

Die Weiterbildung wurde vom IFB Notteln entwickelt. "Wir engagieren uns gerne auch in Hessen, um die Kompetenz der Jobcoachs weiter auszubauen", betont Thorsten Hirsch, Institutsleiter in Nordrhein- Westfalen. "Die Rückmeldung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist sehr positiv", ergänzt Gudrun Dörken, Expertin für Jobcoaching beim Integrationsamt Hessen. Besonders das umfassende Fachwissen der Referentinnen und Referenten überzeuge, die praktische Erfahrung in der Ergotherapie, Sozialarbeit, Supervision, im Jobcoaching, systemischen Coaching und in der Weiterbildung mitbringen.

Gruppenfoto der Teilnehmenden


Was ist JobcoachingAP?

JobcoachingAP ist eine individuelle Qualifizierung und lösungsorientierte Unterstützung unmittelbar am Arbeitsplatz unter Einbezug der direkten Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten. Ziel ist es, das bestehende Beschäftigungsverhältnis zu sichern. Dazu kommen qualifizierte Jobcoaches zeitlich begrenzt in den Betrieb. Sie analysieren zunächst die Arbeitssituation, klären den konkreten Auftrag und entwickeln ein Unterstützungsangebot für die Beteiligten. Gemeinsam mit den schwerbehinderten Beschäftigten, deren Vorgesetzen, Kolleginnen und Kollegen initiieren und gestalten sie sodann Lern- und Entwicklungsprozesse im Betrieb, die zu einer positiven Entwicklung der zuvor problematischen Situation beitragen.

Wie bekommt ein Beschäftigter mit Schwerbehinderung ein JobcoachingAP?

Voraussetzung ist ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Bei schwerbehinderten Beschäftigten kann das Integrationsamt die Kosten für das JobcoachingAP aus Mitteln der Ausgleichsabgabe übernehmen. In der Regel werden zunächst 40 Stunden bewilligt. Bei umfangreicherem Bedarf können später weitere Stunden zur Vertiefung des neu erlernten Wissens und deren Umsetzung in den Arbeitsalltag folgen.

Für Hessen stehen ungefähr 40 Jobcoaches mit unterschiedlichen Schwerpunkten zur Verfügung. Dabei geht es nicht um die Vermittlung fachspezifischer Kenntnisse, sondern um den Umgang mit neuen oder veränderten Aufgaben, Technologien, Abläufen oder Teamstrukturen.Der nächste Kurs der Weiterbildung zum „Jobcoach am Arbeitsplatz“ ist für 2023 geplant.

An wen kann ich mich wenden?

Bei fachlichen Fragen zur Weiterbildung und zum Jobcoaching allgemein können Sie sich an Gudrun Dörken wenden: Landeswohlfahrtsverband Hessen, Integrationsamt, Steubenplatz 16, 64293 Darmstadt, Telefon 06151 801 - 0.