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HWK Kassel & Integrationsamt

Fachberatung Inklusion als Pilotprojekt


Sascha Krüger beim Arbeiten

Sascha Krüger von der Firma Holzbau Gutmann GmbH in Hilders beim Bearbeiten von Flächen für den Fertighausbau. (Foto: Rolf K. Wegst)

27.04.2021

Kassel: Die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen kann auch für Handwerksbetriebe ein wichtiger Baustein sein, um den Bedarf an Fachkräften zu decken. Deshalb hat die Handwerkskammer (HWK) Kassel gemeinsam mit dem LWV Hessen Integrationsamt ein Beratungsangebot geschaffen, das Handwerksunternehmen dabei unterstützt und begleitet, Menschen mit Behinderung in den Betrieb zu integrieren. "Wir freuen uns, dass wir unsere Betriebe auch auf diesem Weg bei der Sicherung ihrer Fach- und Nachwuchskräfte unterstützen können", begrüßt Jürgen Müller, Hauptgeschäftsführer der Kammer, die neue Kooperation. "Angesicht der großen Nachfrage nach Personal gilt es, möglichst viele Wege zu beschreiten und sich so viele Optionen zu eröffnen."

In Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration unterstützt das Integrationsamt das dreijährige Projekt, das hessenweit umgesetzt werden soll, mit Zuschüssen zu den Personalkosten. Geplant sind Kooperationen mit möglichst allen Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern in Hessen, um dort Fachberatungen für Inklusion zu etablieren. Ziel ist die Eingliederung und dauerhafte Beschäftigung von Menschen mit einer Schwerbehinderung in den Mitgliedsbetrieben.

Die Handwerkskammer Kassel führt das Pilotprojekt an. Als Fachberaterin für Inklusion wechselte Monika Beister, bisher technische Beraterin im Team der Betriebsberatung der Kammer, deshalb am 1. April auf die von beiden Institutionen geschaffene und finanzierte Stelle. Für sie wird es neben der Integration bei schon bestehenden Arbeitsverhältnissen auch darum gehen, Menschen mit Schwerbehinderung die Arbeit oder Ausbildung in einem Handwerksbetrieb zu ermöglichen.

"Potenziale erschließen"

"Es geht darum, die Potenziale behinderter Menschen für die Handwerksbetriebe zu erschließen", erläutert Thomas Niermann, Leiter des LWV Hessen Integrationsamtes. Beister ergänzt: "Oft ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, welche besonderen Fähigkeiten diese Menschen mitbringen, wie einfach es sein kann, sie in den Arbeitsalltag zu integrieren und welche Bereicherung sie für die gesamte Belegschaft sind."

Die Schaffung von Arbeitsplätzen für schwerbehinderte Menschen wird nicht nur von der konjunkturellen Lage, sondern auch von Vorbehalten beeinflusst. Deshalb stehen Information und Beratung der Betriebe für Monika Beister ganz oben an. Dabei geht es vor allem um die technischen beziehungsweise organisatorischen Gestaltungsmöglichkeiten und wie diese Maßnahmen gefördert werden, zum Beispiel über das Hessische Perspektivprogramm zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen schwerbehinderter Menschen (HePAS).

Die Inklusions-Fachberaterin hilft auch bei der Suche nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern. Ebenso ist die Akquise von Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für schwerbehinderte Menschen sowie die Geltendmachung zustehender Nachteilsausgleiche im Rahmen der Ausbildung Teil ihrer Aufgaben. Weiter unterstützt Beister die Betriebe bei der Beantragung von Förderleistungen zur Eingliederung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen bei den Rehabilitationsträgern und dem Integrationsamt.

Schließlich zählt auch die Beratung über technische Unterstützungssysteme (Assistenzsysteme) in Verbindung mit dem technischen Beratungsdienst des LWV Hessen Integrationsamtes zu ihren Arbeitsschwerpunkten. "Ich freue mich auf die neue Arbeit und die Kontakte zu den Betrieben, die jetzt unter einem ganz anderen Vorzeichen stehen", beschreibt Beister ihren künftigen Arbeitseinsatz.

Ansprechpartnerin: Monika Beister, Fachberaterin für Inklusion, Telefon 0561 7888 - 159, monika.beister@hwk-kassel.de


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