Fachbereich Behinderte Menschen im Beruf
Integrationsamt
Faltblatt Nr. 9
Situation hörbehinderter Menschen im Arbeitsleben
Wie bitte ?
Kennen Sie das Gefühl, etwas nicht richtig oder gar nicht verstanden zu haben, lieber auf peinliches Nachfragen zu verzichten und zustimmend zu nicken, um ja nicht aufzufallen?
Hörbehindert zu sein bedeutet, eine Vielzahl an Informationen falsch oder überhaupt nicht mitzubekommen. Dies bringt unwillkürlich Probleme am Arbeitsplatz mit sich.
Je früher und ausgeprägter die Hörbehinderung eintritt, um so größer sind die Verständigungsschwierigkeiten mit der hörenden Umwelt.
- schwerhörige Menschen …
hören nicht nur leiser, sondern häufig verzerrt. - ertaubte und gehörlose Menschen …
können die Lautsprache akustisch gar nicht wahrnehmen.
Informationsdefizite führen zu einer Ausgrenzung im Arbeitsablauf, was beruflichen Abstieg oder gar Kündigung zur Folge haben kann. Bei betrieblichen Fortbildungen werden hörbehinderte Menschen häufig nicht berücksichtigt, da die Schulungen zum großen Teil auf Hörende zugeschnitten sind. Doch gerade für hörbehinderte Menschen ist der Arbeitsplatz eine wichtige Möglichkeit sozialer Integration.
Daher gibt es beim Integrationsamt des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen eine spezielle Anlaufstelle für alle Fragen "Rund um den Arbeitsplatz hörbehinderter Menschen". Hier können sich Arbeitgeber wie auch die hörbehinderten Arbeitnehmer umfassend beraten lassen.
Was tun wir ?
- Finanzierung von technischen Hilfen für hörbehindertengerechte Arbeitsplätze, z.B. Lichtsignalanlagen, Personen-Ruf-Systeme, Kommunikationshilfen etc.
Fragen Sie nach individuellen Einzellösungen - Organisation und Finanzierung von Gebärdensprach-/Schriftdolmetscher-Einsätzen am Arbeitsplatz z.B. bei Betriebs-/
Personalversammlungen, regelmäßigen Teambesprechungen, Einarbeitung an einem neuen Arbeitsplatz, Teilnahme an Maßnahmen zur Erhaltung und Erweiterung beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten
etc.
Sagen Sie uns so früh wie möglich Bescheid, wenn Sie Gebärdensprach-/Schriftdolmetscherbedarf haben - Durchführung von Wochenendseminaren für berufstätige Gehörlose und ihre hörenden Arbeitskollegen zur Verbesserung der beruflichen Zusammenarbeit und zur Optimierung der Arbeitsabläufe
Inhalt der Seminare
In der oft schwierigen Verständigung zwischen gehörlosen und hörenden Menschen werden viele wichtige Informationen nicht weitergegeben. Gespräche am Arbeitsplatz können sich kaum entwickeln.
Das gegenseitige Kennenlernen hilft:
- Verständnis füreinander zu schaffen
- Unsicherheiten und Vorurteile abzubauen
Übungen zur Gebärdensprache
- verbessern die berufliche Zusammenarbeit
- optimieren die Arbeitsabläufe
Um die Verständigung im Seminar sicherzustellen, unterrichten gehörlose und hörende Referenten gemeinsam. Gebärdensprachdolmetscher stehen zur Verfügung.
Teilnehmen können berufstätige gehörlose Menschen mit bis zu drei hörenden Kolleginnen und Kollegen. Die Teilnahme ist kostenlos.
Fragen Sie uns nach den Terminen
Integrationsfachdienste für hörbehinderte Menschen
Das Integrationsamt hat ein flächendeckendes Beratungsangebot speziell für den Personenkreis der berufstätigen hörbehinderten Menschen entwickelt. Gebärdensprachkompetente Fachkräfte in den Integrationsfachdiensten (IFD) bieten professionelle Hilfen
- um die Situation von hörbehinderten Menschen im Arbeitsleben zu verbessern
- bei individuellen Fragen zur Hörbehinderung und beruflichen Rehabilitation
- um Betriebe und Dienststellen kompetent zu begleiten und zu beraten
Die Integrationsfachdienste stehen hörbehinderten Menschen in Betrieben und Unternehmen als professionelle Fachberater zur Verfügung.
Sie werden vom Integrationsamt beauftragt und kooperieren mit regionalen Versorgungs- und Beratungsangeboten.
Fragen Sie uns nach dem für ihre Region zuständigen Integrationsfachdienst für hörbehinderte Menschen.
Was Sie im Gespräch mit hörbehinderten Menschen beachten sollten:
Deutlich und langsam sprechen,
… weil hörbehinderte Menschen vom Mund ablesen müssen.
Vor dem Gespräch Blickkontakt aufnehmen,
… weil hörbehinderte Menschen, um folgen zu können, sich auf das Gespräch einstellen müssen.
Für gute Lichtverhältnisse sorgen,
… weil Gegenlicht den Blickkontakt stört und das Ablesen vom Mund erschwert.
Kurze und klar verständliche Sätze formulieren,
… weil hörbehinderte Menschen den Inhalt dann leichter aus dem Zusammenhang kombinieren können.
Unverstandenes ruhig wiederholen und eventuell aufschreiben,
… weil hörbehinderte Menschen trotz konzentrierter Aufmerksamkeit vieles nicht richtig verstehen und Ungeduld der Gesprächspartner sie entmutigt.
Beziehen Sie hörbehinderte Menschen ins Gespräch ein,
… dadurch vermeiden Sie bei ihnen Gefühle von Einsamkeit und Isolation.
HINWEIS:
Haben Sie Interesse an einem Gebärdenkurs?
Wie und wo erfahren Sie beim Integrationsamt.
Der Landeswohlfahrtsverband Hessen ist ein Zusammenschluss der Landkreise und kreisfreien Städte, dem soziale Aufgaben übertragen wurden. Er ist u. a.
- Integrationsamt für behinderte Menschen im Beruf
- überörtlicher Träger der Sozialhilfe
- Träger der Kriegsopferfürsorge (KOF)
- Alleingesellschafter der LWV - Gesundheitsmanagement GmbH mit mehr als 30 Kliniken, Wohn- und Pflegeheimen sowie Heilpädagogischen Einrichtungen
- Träger von Schulen und weiteren Einrichtungen
Ihr Ansprechpartner ist das Integrationsamt des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen.
So erreichen Sie uns:
Landeswohlfahrtsverband Hessen
Integrationsamt
Kölnische Str. 30
34117 Kassel
Tel. (05 61) 10 04-25 34
Bildtelefon (0561) 5 21 49 08
Fax (05 61) 10 04-24 62
E-Mail rita.hesse-brand@lwv-hessen.de
Landeswohlfahrtsverband Hessen
Integrationsamt
Steubenplatz 16
64293 Darmstadt
Tel. (0 61 51) 8 01-1 06
Fax (0 61 51) 8 01-2 38
E-Mail baerbel.springmann@lwv-hessen.de
Landeswohlfahrtsverband Hessen
Integrationsamt
Frankfurter Str. 44
65189 Wiesbaden
Tel. (06 11) 1 56-3 67
Fax (0 61 51) 8 01 - 5 71 06
E-Mail baerbel.springmann@lwv-hessen.de
Unsere hessenweite E-Mail-Adresse:
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Herausgeber:
Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV),
Ständeplatz 6-10,
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Internet:
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Text, Gestaltung, Redaktion:
Integrationsamt
Druck:
LWV-Hausdruckerei
Stand:
Mai 2008








